Der beherzte Patient

Vom gesunden Umgang mit Krankheit

Suche
Suche Menü
Tobias_Klein

Schamanen schaffen lebendige Ordnung

Tobias_Klein

(Blog) Der Partner der netten Frau, der wir unser Häuschen abgekauft haben, hatte so eine besondere Ausstrahlung, dass unsere damals elfjährige Tochter meinte: „Der ist aber nett. Können wir den mal zum Kaffee einladen?“. Heute habe ich mit Dr. Tobias Klein in dreierlei Hinsicht zu tun: Er ist mein Psychotherapeut, mein Lehrer im elementar-Kreis und Freund. Tobias Klein über Schamanismus, Naturmystik und wie Heilung funktionieren kann.

Was macht einen Schamanen aus?

Ein Schamane ist jemand, der seinen Bewusstseinszustand willentlich verändern kann. Aus diesem Zustand heraus kann er ansonsten schwer oder gar nicht zugängliche Informationen erhalten, die für sein Leben oder für andere wichtig sind.

Wie kann man sich diesen besonderen Bewusstseinszustand vorstellen?

Jeder Mensch hat verschiedene Bewusstseinszustände, bloß merken es die meisten nicht. Wenn jemand zu mir in die Praxis kommt, um eine Psychotherapie zu machen, ist er in einem anderen Bewusstseinszustand, als wenn er zuhause Spaghetti kocht, Auto fährt oder träumt. Es gibt eine ganze Reihe von Bewusstseinszuständen in unserem Alltag, mit denen sich der Schamane auch auskennen sollte. Aber das ist nur ein Ausschnitt des Ganzen, es gibt mehr.

Du sprachst von besonderen Informationen – welche sind das?

Informationen darüber, wie ich oder ein anderer glücklicher werden kann, oder gesünder, oder wie das Leben gut gelingen kann.

Wie wird man ein Schamane?

Ein Schamane hat die Erfahrung des Sterbens hinter sich.

Dann müsste er ja tot sein … Wie soll das gehen?

Das ist ein großes Geheimnis (lacht). Das, was stirbt, ist das Ego, das Ich. Das ist eine Kraft in uns, die uns dazu verführen will, unsere Kompetenzen in den Dienst der eigenen Wichtigkeit zu stellen. Wenn das Ego stirbt, verliert der Mensch diese Versuchung, und er merkt, welche Bedeutung er tatsächlich hat – und die steht über der illusorischen Weltsicht. Dieser Mensch erlebt sich dann als eins mit der Schöpfung, in diesem Moment ist er Geist. Das Alltagsbewusstsein hält uns in der materiellen Weltsicht gefangen, und wir sehen nur, was wir vor Augen haben, und nicht das, was dahinterliegt. Das schamanische Bewusstsein gibt den Blick auf die tiefere geistige Wirklichkeit frei.

Bist Du ein Schamane?

Ach, das ist ein großes Wort, mit dem auch viel Unsinn getrieben wird. Ich würde mich eher als spirituellen Lehrer der elementar-Kreise bezeichnen. Die Naturmystik der elementar-Kreise geht über den Schamanismus hinaus.

Was verstehst Du unter Naturmystik?

Eine mystische Begegnung ist die direkte Begegnung mit einer höheren Kraft. Nach dem naturmystischen Verständnis ist alles beseelt, nicht nur Menschen und Tiere, auch Bäume oder Steine. Das sind alles geistige Kräfte in einer geistigen Welt.

Worin liegt die Besonderheit der elementar-Kreise?

Das ist eine spirituelle Weggemeinschaft, die sich aufmacht, den elementaren Kräften der Schöpfung zu begegnen, um darüber Heilung und Erkenntnis zu finden. Es gibt aber kein Glaubenssystem wie bei einer Religion. Für uns zählt die Spiritualität der Erde. Es geht immer um die direkte Begegnung mit der Schöpfungskraft. Und in der direkten Begegnung, zum Beispiel im Schwitzhüttenritual, teilt sich die Kraft mit. Hugo-Bert Eichmüller, der Begründer der elementar-Kreise, hat einmal gesagt: Spiritualität bedeutet leben in Geistesgegenwart. Es gibt den Zeitgeist, den Geist eines Ortes, den Geist eines Lebewesens, und all diese Geistwesen sind immer da. Damit ich ihnen begegnen kann, brauche ich schamanische Kompetenzen, muss von mir selbst loslassen. Nicht die Methode steht im Mittelpunkt, sondern die Erkenntnis und die Heilung und die Verantwortung, diese Erkenntnisse auch in die Welt zu tragen.

Wie sieht das im Alltag aus?

Das geschieht oft im Kleinen. In einer Schwitzhütte war beispielsweise eine Frau, die sich einen neuen Job gewünscht hat. Kurze Zeit darauf wird ihr einer angeboten – und dann muss sie ihn auch annehmen. Wenn sie es nicht tut, verpasst sie nicht nur eine Chance, sie bewirkt dann auch Irritationen in der geistigen Welt.

Was bedeutet der Begriff „Kreis“ bei den elementar-Kreisen?

Der Kreis bezeichnet nicht nur eine Weggemeinschaft, sondern ist ein eigenes, beseeltes Wesen. Es ist eine Kraft, eine Art energetisches Feld, das mit einer eigenen Wesenhaftigkeit und Intelligenz den Weg der Gemeinschaft unterstützt und Menschen in der Not tragen kann.

Warum wird ein Mensch aus schamanischer Sicht krank oder unglücklich?

Weil etwas in ihm ins Ungleichgewicht gekommen ist. Das kann alle möglichen Ursachen haben. Oft entfernt sich ein Mensch von den elementaren Kräften der natürlichen Ordnung, oder er setzt sich negativen geistigen Energien aus. Zum Beispiel ist er in einer familiären oder beruflichen Situation, die ihn unglücklich macht. Das färbt, wenn er zulange darin verweilt, auch auf das Innere ab. Bei der Heilung wird die natürliche, gute Ordnung wieder hergestellt. Es ist ein Prozess, der den Patienten wieder in den Kontakt mit den elementaren Kräften des Lebens führt – vor allem mit der heilenden Kraft der Liebe. Der Schamane erkennt, welche Kräfte beseitigt werden müssen, und woher die heilende Energie kommen kann. Er hat Kräfte, die ihm dabei helfen, und mit denen er in einer tiefen Beziehung, man kann fast sagen in einer Liebesbeziehung, steht. Er weiß um die Wirkungskraft der guten Energien und wie sie anzuwenden sind. Alle Geistheilungsprozeduren haben etwas damit zu tun, energetische Phänomene in Ordnung zu bringen.

Was kann der Patient zu seiner Heilung tun?

In der traditionellen Sichtweise ist der Patient eher passiv. Aber er muss offen und bereit sein und die Heilung auch annehmen. Wenn er in die alten Strukturen zurückkehrt, die die Energie in Unordnung gebracht haben, dann wird die Heilung höchstwahrscheinlich nicht von Dauer sein. Die eigentliche Arbeit für den Patienten besteht darin, die Lehren aus seiner Erkrankung und aus seiner Gesundung zu ziehen und in seinen Lebensalltag zu integrieren. Oder anders gesagt: Der Patient sollte beherzt in die Verantwortung gehen und seine neue, gesunde Energie im Alltag pflegen und kultivieren.

Anmerkung des „Beherzten Patienten“: Wie bei allen Beiträgen auf dieser Homepage gilt, dass hier niemals von einer schulmedizinischen Behandlung abgeraten wird! Es geht lediglich darum, verschiedene Aspekte von Heilung aufzuzeigen, wie hier beispielsweise im Schamanismus.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.