Der beherzte Patient

Vom gesunden Umgang mit Krankheit

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Gesund im Alltag: im Einklang leben

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(Blog) Ich bin nicht perfekt. Glücklicherweise! Sonst würde ich mein Gesundheitsprogramm auch nicht durchhalten. Ich will nicht dogmatisch und verkniffen sein. Selbstdisziplin brauche ich allerdings schon, wenn ich gesund leben will. Aber was ist das eigentlich, „gesund leben“? Gleich vorneweg: gesund sein ist nicht gleichbedeutend mit der Abwesenheit von Krankheit. Gesund bin ich, wenn ich zufrieden, ja vielleicht sogar glücklich bin.

Und das geht auch mit einer Krankheit. Nicht immer. Aber oft. Bei mir geht es seit fast sieben Jahren – aber von nichts kommt nichts. Blöder Spruch, stimmt aber. Selbstdisziplin braucht es, Durchhaltevermögen, dazu ein gutes Körpergefühl, einen wachen Geist und offene Augen für Neues, was mir vielleicht hilft. Man könnte es auch Achtsamkeit nennen.

Fokus auf Gesundheit richten

Dabei finde ich es wichtig, den Fokus auf „gesund leben“ zu richten und nicht auf „Kampf gegen Krankheit“. Da würde ich ihr einen viel zu großen Raum zubilligen, und dazu habe ich keine Lust. Sie ist mein Motor für ein gesundes, gutes Leben und hat damit eine wichtige Rolle. Aber eben nur als Katalysator, nicht in sich selbst.

Was gesund ist, definiere ich jeden Tag – vielleicht nicht neu, aber nun ist ja nie ein Tag wie der andere, und damit sieht auch das gesunde Leben nicht so aus wie gestern. Das ist nicht unanstrengend, macht aber auch Spaß.

Manches mache ich –fast – täglich. Das Wörtchen „fast“ ist wichtig, denn wenn etwas jeden Tag sein muss, womöglich sind es sogar mehrere Dinge, dann zwänge ich mich in ein Korsett, und das will ich nicht. Zunächst achte ich auf ausreichend Schlaf. Das ist nicht so einfach, denn häufig schlafe ich nicht gut. Das mag an den Medikamenten liegen, die mich in die Wechseljahre katapultiert haben (in denen ich aber inzwischen eh wäre). Ist ja auch egal. Dann muss ich am nächsten Tag besonders gut auf mich aufpassen.

Mein erster Weg führt mich morgens ins Bad, um die Zunge zu reinigen, dann geht’s in die Küche, um mir das Bio-Sonnenblumenöl aus dem Schrank zu holen und mir einen Esslöffel zum ayurvedischen Ölziehen einzuverleiben. Irgendwo zwischen drei und zwanzig Minuten zieht und schlürft man das Öl im Mund und zieht es zwischen den Zähnen durch. Die Ayurveden sagen, das wirke entgiftend und anti-entzündlich. Ich glaube dran!

An die frische Luft mit uns!

Es gibt auch andere Morgende, dann, wenn ich in einer anderen Stadt arbeite und weg von meiner Familie bin (und meiner Tochter kein Schulproviant zubereite). Dann könnte es sein, dass ich aus dem Bett falle und meditiere oder Qigong mache oder Joggen gehe. Manchmal (wenn ich früh genug aufstehe) auch alles nacheinander. Hängt auch von meiner Lust und vom Wetter ab. Rausgehen ist vor allem wichtig, denn Krebszellen hassen Sauerstoff! Und wie die Japaner ja unlängst festgestellt haben, ist die Anzahl der Killerzellen nach dem „Waldbaden“ messbar erhöht. Eine angenehme und einfache Gesundheitsmaßnahme, finde ich. Und so billig!

Das Frühstück ist bei mir sehr variabel. Das kann ein Müsli sein (selbst zusammengestellt), ein Vollkornbrötchen mit Käse oder Marmelade, ein Porridge mit Zimt und Rohrohrzucker, Obst, ein frisch gepresster Orangensaft (mit Basenpulver, weil säuernd) oder, wenn ich besonders tatkräftig bin, ein selbst zubereiteter Gemüsesaft (mit ein bisschen Obst, sonst schmeckt’s mir nicht). Dazu gibt’s meist einen Matcha-Tee mit viel Chlorophyll und Antioxidantien. Manchmal auch grünen Sencha-Tee. Und ganz manchmal auch einen herrlichen Cappuccino! Bevor ich loslege, nehme ich Selen und Indol-3-Carbinol (den Brokkoli-Wirkstoff), im Laufe des Tages noch Vitamin C und Zink, zweimal die Woche hoch dosiertes Vitamin D 3 in Verbindung mit K2 zur besseren Verträglichkeit. Ja, ich glaube an die orthomolekulare Medizin – noch mehr an Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Nahrung gebunden sind, aber so viel kann ich ja gar nicht essen!

Solchermaßen gestärkt, geht’s in den Arbeitsalltag. Davon gibt es zwei Sorten: die Redakteurstage in Frankfurt und die Heimtage im Saarland. In Frankfurt konzentriere ich mich auf meine Arbeit, die mir unglaublich viel Spaß macht. Ich liebe es, mit meinen Kollegen zusammen zu sein, ich liebe es, gute Arbeitsergebnisse abzuliefern, und ich liebe es, mittags nicht kochen zu müssen, sondern in eine wirklich gute Kantine gehen zu können. Nein, hier ist das Essen nicht ganz so, wie ich es mir zuhause zubereite – bio, regional, saisonal – aber lecker und vielfältig. Und ich muss halt mal nicht kochen … Dennoch achte ich auch an solchen Tagen darauf, etwa fünf der Lebensmittel auf dem Teller oder in der Tasse zu haben, die als anti-entzündlich oder anti-karzinogen gelten: beispielsweise grüner Tee, grüne Smoothies, Kohl, Pilze, Leinöl, Ingwer und Kurkuma, Zwiebel und Knoblauch, Beerenobst oder Zitrusfrüchte.

Für schöne Momente danken

Abends treffe ich mich mit Freunden oder mache es mir einfach mal alleine gemütlich, womöglich hole ich das am Morgen vernachlässigte Qigong nach. Oder gehe nochmal an die frische Luft – joggend oder spazierend. Und gehe zeitig ins Bett – nicht, ohne den Tag noch einmal vor meinem geistigen Auge ablaufen zu lassen und mich für die vielen schönen Momente zu bedanken. Die nicht so schönen versuche ich loszulassen, mindestens für die Nacht in ein imaginäres Kästchen zu stecken. Darum kann ich mich am nächsten Tag kümmern.

Zuhause im Saarland habe ich mehr Zeit für mein Gesundheitsprogramm, und die nutze ich auch dafür. Ansonsten bin ich dort vor allem Hausfrau und Mama, und das finde ich super. An diesen Tagen hat auch die Arbeit für den „Beherzten Patienten“ ihren Platz: Flyer entwerfen und drucken, Pressearbeit fürs Büchlein machen, Vorträge eintüten und vorbereiten, Homepage, Facebook und Twitter pflegen. Eine Aufgabe, die ich als überaus sinnvoll und beglückend empfinde, und bei der ich selbst sehr viel lerne.

Ich glaube, es ist vor allem mein abwechslungsreiches, erfülltes Leben inmitten von wunderbaren Menschen, das mich so glücklich macht – und der Krankheit Einhalt gebietet. Der persische Dichter Rumi hat einmal gesagt: „Gesundheit kommt nicht immer von der Medizin. Meistens rührt sie von einem friedvollen Geist, einem friedvollen Herzen und einer friedvollen Seele.“ Und dass die Endorphine, die Glückshormone, das Immunsystem stärken, ist auch schon lange bekannt.

Was integriere ich noch Gesundes in meinen Alltag? Zweimal im Monat lasse ich mich von einem hervorragenden Arzt akupunktieren, um meinen Körper schön im Gleichgewicht zu halten. Manchmal schaue ich auch bei meinem Osteopathen vorbei, der das Gleiche tut. Viermal im Jahr gehe ich zu einer hervorragenden Ayurveda-Therapeutin, um mich bei einer seligmachenden Ölmassage ausgleichen und entgiften zu lassen. Manchmal lasse ich mich auch von meinem klassischen Homöopathen unterstützen.

Mit Intervall-Fasten gesunde Zellen stärken

Außerdem habe ich das intermittierende Fasten in meinen Alltag integriert: zweimal in der Woche 16 Stunden, entweder durch Weglassen von Abendessen oder Frühstück. Die Ergebnisse der neuesten Studien – kaum etwas unterstützt die Zellreparatur mehr als Fasten – haben mich Fastengegnerin voll überzeugt. Seitdem bin ich auch um einiges basischer geworden (das teste ich täglich mit entsprechenden Urin-Teststreifen)! Lesen Sie doch einmal nach, was Prof. Dr. Michalsen, Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin und Inhaber der Stiftungsprofessur für klinische Naturheilkunde an der Charité-Universitätsmedizin Berlin dazu sagt, etwa hier: http://naturheilkunde.immanuel.de/aktuelles/nachrichten/aktuelle-nachrichten/detailseite/article/lese-tipp-neuer-trend-intervall-fasten/

Geist und Seele halte ich bei den regelmäßigen Treffen mit meiner Schamanengruppe im Gleichgewicht. Was sind das für fantastische Abende und Wochenenden: Hier kann ich eine Standortbestimmung vornehmen, mich sammeln, mir bei Herausforderungen Rat und Hilfe holen, mich (neu) ausrichten und gestärkt wieder in den Alltag zurückkehren.

Sie merken, mein Gesundheitsprogramm ist vielfältig. Es gibt auch Tage, da ist Pause. Und es gibt andere Tage, da probiere ich etwas ganz Neues aus. Wichtig ist mir, dass es keine Dogmen gibt – entscheidend ist, dass ich in der Lage bin, auf meinen Körper, meinen Geist und meine Seele zu hören. Im Einklang leben, lautet mein Lebensmotto: mit mir selbst und mit meiner Umwelt. Und jede Chance zu ergreifen, mich persönlich weiterzuentwickeln. Wie sagte einmal ein indianischer Medizinmann: Der Sinn des Lebens ist es, zu lernen und glücklich zu sein.

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